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KERNKRAFT Norbert Röttgen will den Atomausstieg
08.02.2010 11:06Der Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat nach der Bundestagswahl keine leichte Aufgabe übernommen. Mit dem Scheitern von Kopenhagen und der Debatte um eine Laufzeitverlängerung für AKWs ist die Arbeit des Ministers nicht leichter geworden.
Umso erstaunlicher, dass der Politiker an Parteikollegen mahnende Worte richtet. Atomenergie und Bürger sind in den vergangenen Jahren nicht miteinander warm geworden. Zudem gehört erneuerbaren Energien die Zukunft. Und so plädiert Röttgen für einen schnellen Atomausstieg. Allerdings scheint mancher Parteikollege davon nur wenig wissen zu wollen.
So wie etwa der Unionspolitiker Michael Kretschmer. Dessen Argument für die Kernkraft: Mit erneuerbarer Energien ließe sich der deutsche Energiebedarf nicht decken. Verblüffend ist der Kommentar Kretschmers zur mangelnden Akzeptanz innerhalb der deutschen Bevölkerung. Sollte dem wirklich so sein, so Kretschmer, müsse die Union für mehr Akzeptanz beim Wahlvolk kämpfen.
Anscheinend sind Asse II, Castor und viele andere Aufreger bei Michael Kretschmer nicht wirklich angekommen. Denn sonst würde der Politiker sicher wissen, dass vor der Wahl 2009 rund die Hälfte der schwarz-gelben Wähler am Nein zur Kernkraft festgehalten hat. Der missglückte Kommentar Kretschmers dürfte deutlich zeigen, wie weit Realität und die politische Wahrnehmung auseinandergehen. (dcrs/fm 08.02.2010 11:06)