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PROVINZPOSSE Behörden lassen historische Funde verrotten
12.03.2009 08:58Funde wie dieser sind für jeden Archäologen mit einem Sechser im Lotto vergleichbar. Vor rund sieben Jahren wurden bei Bauarbeiten in Stralsund mehrere steinzeitliche Boote entdeckt, die zu den ältesten Schiffsfunden des Ostseeraumes zählen und einen tiefen Einblick in die Geschichte der Region ermöglichten. Allerdings hat das Landesamt für Denkmalpflege in Schwerin jetzt dafür gesorgt, dass die wertvollen Funde für immer verloren sind. Statt für eine ordnungsgemäße Lagerung und Konservierung zu sorgen, hat die Behörde den Fund einfach verrotten lassen.
Ins Rollen war der Stein des Anstoßes gekommen, als Stralsund offen über eine Verwendung der Boote im Rahmen des Stadtmarketings nachdachte und sich für eine Dauerleihgabe der Funde stark machen wollte. Ohne das Ansinnen des Stadtrates wäre der Skandal wahrscheinlich nicht ans Licht gekommen, da eine Überprüfung der Boote nun gezeigt hat, in welchem schlechten Zustand die Fundstücke aus Stralsund sind. Zeugenaussagen und Bilddokumente belegen, dass von den steinzeitlichen Schiffen nur noch handgroße Bruchstücke übrig sind. Zusätzliche Brisanz gewinnt der Eklat vor dem Hintergrund, dass Mitarbeiter des Landesamtes auf Anfragen immer den Eindruck eines guten Fortschritts der Konservierung erweckten – obwohl die Behörde über den Zustand der Funde genau informiert war. (dcrs/fm 12.03.2009 08:58)