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  • RADIKALER PROTEST Der Chef als Geisel

    26.03.2009 08:32

    Die Wirtschaftskrise als weltweites Phänomen löst in Deutschland zwar existenzielle Ängste aus – größere Protestaktionen sind bisher hierzulande aber ausgeblieben. Eine Tatsache, die im europäischen Durchschnitt ganz anders aussieht. Speziell Deutschlands Nachbarn jenseits des Rheins erweisen sich immer wieder als streitlustiges Volk, wenn es um die Durchsetzung der eigenen Interessen gilt.

    Diese Erfahrung müssen inzwischen auch global agierende Konzerne machen, denen eine vollkommen ungewohnte Art des Aktionismus von unten entgegenschlägt. Bereits Mitte März sah sich etwa der Chef von Sony Frankreich einer gänzlich neuen Rolle gegenüber – der einer Geisel seiner eigenen Angestellten. Ein Schicksal, welches mittlerweile auch Luc Rousselet, seines Zeichens Manager des 3M-Konzerns in Frankreich, mit ihm teilt. Teile der 235 Mann starken Belegschaft hielten Rousselet in seinem Büro des Medizinwerkes Pithiviers fest.

    Ziel dieser Aktion – die Durchsetzung einer höheren Abfindung und großzügige Hilfen bei der Suche nach einem neuen Job. Aber auch in anderen Teilen Europas führt die Wirtschaftskrise zu sozialen Spannungen. So haben Unbekannte in Großbritannien dem ehemaligen Chef der Royal Bank of Scotland einen kleinen „Denkzettel“ verpasst. Ursache hier dürften die mehr als üppigen Pensionszahlungen sein. (dcrs/fm 26.03.2009 08:32)

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