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  • UMSTRITTENES URTEIL Kündigung wegen 1,30 EUR sorgt für Proteste

    26.02.2009 16:10

    Das umstrittene Arbeitsgerichtsurteil um eine Kündigung wegen 1,30 EUR erhitzt in der Bundesrepublik auch weiterhin die Gemüter. Mittlerweile schaltet sich in die Auseinandersetzung sogar die Politik ein. Wolfgang Thierse nennt das Urteil barbarisch und asozial – eine Äußerung, die nicht überall auf Gegenliebe stößt. Vorausgegangen war dem Ganzen ein Richterspruch des Landesarbeitsgericht Berlin, welcher die Kündigung einer Kassiererin nach 31 Beschäftigungsjahren rechtfertigte.

    Angeblich solle die Supermarkt-Mitarbeiterin zwei Leergutbons eingelöst haben, welche im Vorfeld eine Kundin verloren habe. Obwohl die 50-jährige die Tat weiterhin bestreitet, stellte sich das Landesarbeitsgericht hinter den Arbeitgeber. Nach Ansicht des SPD-Politikers Thierse zerstöre ein solches Urteil den Glauben der Menschen an die Demokratie, wenn Arbeitnehmer wegen 1,30,- EUR in die Arbeitslosigkeit gestoßen werden. Eine ähnliche Meinung vertritt die christlich-demokratische Arbeitnehmerschaft. Nach deren Ansicht zeige sich hier deutlich, dass Otto-Normalverdiener mit anderen Maßstäben gemessen werden als Manager. Arbeitgeberverbände sehen sich dagegen mit dem Urteil bestätigt. (dcrs/fm 26.02.2009 16:10)

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