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  • ZEITUNGSZEUGEN Bayern will Nachdruck von Nazizeitungen verbieten

    21.01.2009 10:45

    Pünktlich zum Start des Films „Operation Walküre“, mit sich Hollywood dem Widerstand im Offizierskorps der Wehrmacht widmet, erscheinen in der deutschen Zeitschriften- und Zeitungslandschaft Exemplare verschiedener Tages- und Wochenblätter dieser Zeit. Neben sozialdemokratischem Druckwerk hat der Verlag allerdings auch nationale Zeitungen wieder neu aufgelegt. Aber anstatt Vergangenheitsbewältigung sowie die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte zu fördern, streben deutsche Politiker nach genau dem Gegenteil. Mit einer Unterlassungserklärung sucht das bayrische Finanzministerium den Verlag zu zwingen, auf das Erscheinen des Blattes „Völkischer Beobachter“ zu verzichten.

    Allerdings zeigen sich die Verantwortlichen wenig einsichtig und beharren auf einer Veröffentlichung im geplanten Umfang. Damit scheint ein juristischer Streit zwischen dem Ministerium und Verlagshaus vorprogrammiert. Grund für die Unterlassungserklärung ist die Tatsache, dass alle Rechte an den NS-Machwerken des Eher-Verlages nach dem Untergang des Regimes dem bayrischen Finanzministerium zufielen. Statt wie beabsichtigt rechte Propaganda aus der Öffentlichkeit zu entfernen, hat die Landespolitik damit genau das Gegenteil erreicht, denn über mehr kostenlose Werbung für das Projekt der „Zeitungszeugen“ kann sich ein Verlag wohl kaum wünschen. Zumal eine wirksame Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte nur anhand von Originalquellen funktionieren kann. (dcrs/fm 21.01.2009 10:45)

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  • Zuletzt aktualisiert: 22.05.2012 12:30 Uhr
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